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GS1 Sunrise 2027 - Umstieg auf 2D-Barcodes im Handel

GS1 Sunrise 2027 – Warum der Handel jetzt auf 2D-Barcodes umsteigt

Aktualisiert: März 2026 · Lesezeit: ca. 7 Minuten

Der klassische Strichcode – seit über 50 Jahren das Rückgrat des Einzelhandels – bekommt Gesellschaft. Mit der Initiative GS1 Sunrise 2027 hat die GS1-Organisation weltweit das Ziel gesetzt, dass alle Kassensysteme bis Ende 2027 neben dem bekannten EAN/UPC-Barcode auch 2D-Codes wie QR-Codes und GS1 DataMatrix lesen können. Für Hersteller, Händler und Logistikdienstleister bedeutet das: Jetzt vorbereiten.

Was ist GS1 Sunrise 2027?

GS1 Sunrise 2027 ist eine globale Initiative der GS1-Organisation, die den Übergang von eindimensionalen Strichcodes (EAN-13, UPC-A) zu zweidimensionalen Barcodes einleitet. Der Name „Sunrise“ steht für den Beginn einer neuen Ära: Ab Ende 2027 sollen Kassensysteme weltweit in der Lage sein, 2D-Codes am Point of Sale zu scannen und zu verarbeiten.

Wichtig: Der klassische EAN-Barcode wird nicht abgeschafft. Ab 2028 haben Hersteller die freie Wahl, ob sie ihre Produkte mit einem 1D-Barcode, einem 2D-Code oder beidem kennzeichnen. Während der Übergangsphase bis Ende 2027 wird eine Doppelkennzeichnung empfohlen – also EAN-Barcode und 2D-Code auf derselben Verpackung.

Warum 2D statt 1D? Die Vorteile im Überblick

Ein herkömmlicher EAN-13-Barcode speichert genau eine Information: die GTIN (Global Trade Item Number), also die 13-stellige Artikelnummer. Ein 2D-Code kann deutlich mehr:

  • Mehr Daten auf weniger Platz: Neben der GTIN können Mindesthaltbarkeitsdatum, Chargennummer, Seriennummer und Gewichtsangaben codiert werden – alles in einem einzigen Code.
  • Rückverfolgbarkeit: Bei Rückrufaktionen lässt sich über die Chargennummer exakt bestimmen, welche Produkte betroffen sind – bis auf Einzelstück-Ebene.
  • Weniger Lebensmittelverschwendung: Kassensysteme können das genaue Ablaufdatum aus dem Code lesen und automatische Rabatte für bald ablaufende Ware auslösen.
  • Verbraucher-Interaktion: Über GS1 Digital Link werden QR-Codes zu „intelligenten“ Codes, die beim Scannen mit dem Smartphone Produktinformationen, Anleitungen oder Herkunftsnachweise anzeigen.
  • Platzsparend: Ein QR-Code benötigt oft weniger Fläche als ein klassischer Strichcode – besonders relevant bei kleinen Etiketten und Verpackungen.

Welche 2D-Formate kommen zum Einsatz?

GS1 empfiehlt zwei Formate für den Einsatz am Point of Sale:

FORMAT 1

QR-Code mit GS1 Digital Link

Enthält eine URL-Struktur, die sowohl von Kassensystemen als auch von Smartphones gelesen werden kann. Ideal für Produkte mit Endverbraucher-Kontakt, da der Code beim Scannen direkt zu Produktinformationen führt.

FORMAT 2

GS1 DataMatrix

Quadratischer oder rechteckiger 2D-Code ohne URL-Struktur. Besonders verbreitet im Gesundheitswesen und in der Pharmabranche. Kann auf sehr kleinen Flächen gedruckt werden.

Der Zeitplan: Was passiert wann?

ZeitraumWas passiert
Jetzt – Ende 2027Übergangsphase: Doppelkennzeichnung (1D + 2D) empfohlen. Pilotprojekte in 48+ Ländern laufen bereits.
Ende 2027Stichtag: Alle POS-Scanner weltweit sollen 2D-Codes lesen und verarbeiten können.
Ab 2028Freie Wahl: Hersteller entscheiden, ob 1D, 2D oder beides auf die Verpackung kommt.

Aktuell sind laut GS1 bereits 48 Länder, die zusammen 88 % des weltweiten BIP repräsentieren, an Pilotprojekten beteiligt. In Deutschland koordiniert GS1 Germany den Umstieg und unterstützt Unternehmen mit Leitfäden und Webinaren.

Was müssen Unternehmen jetzt tun?

Für Hersteller und Markeninhaber:

  • Prüfen Sie, ob Ihre Verpackungen Platz für einen zusätzlichen 2D-Code bieten
  • Sprechen Sie mit Ihrer Druckerei über die Druckfähigkeit von QR-Codes und DataMatrix
  • Registrieren Sie sich bei GS1 Germany, falls noch nicht geschehen, um eine GTIN zu erhalten
  • Beginnen Sie mit der Doppelkennzeichnung auf neuen Verpackungslayouts

Für Händler und Logistiker:

  • Prüfen Sie, ob Ihre Kassensysteme und Scanner 2D-Codes lesen können
  • Planen Sie Firmware- oder Hardware-Updates für Ihre POS-Infrastruktur
  • Aktualisieren Sie Ihre Warenwirtschaft, damit zusätzliche Datenfelder (Charge, MHD) verarbeitet werden

Welche Branchen profitieren besonders?

Die GS1 Sunrise Initiative betrifft grundsätzlich alle Branchen, in denen Barcodes zur Artikelidentifikation eingesetzt werden. Besonders profitieren:

  • Lebensmittelhandel: MHD und Chargen direkt im Code – weniger Verschwendung, schnellere Rückrufe
  • Pharma & Medizintechnik: Serialisierung und Fälschungsschutz durch Einzelstück-Verfolgung
  • Mode & Textil: Herkunftsnachweise und Nachhaltigkeitsinformationen per QR-Code abrufbar
  • Industrie & Fertigung: Bauteilrückverfolgung und Wartungsinformationen direkt am Produkt

EAN-Barcode & 2D-Code: Etiketten von barcodeetiketten.com

Ob klassischer EAN-13-Barcode für den Einzelhandel oder QR-Code-Etiketten für die Zukunft – bei barcodeetiketten.com erhalten Sie beides. Unsere EAN/GTIN/UPC-Etiketten werden professionell auf Rolle gedruckt und sind sofort einsatzbereit. Für die Übergangsphase bieten wir Etiketten mit Doppelkennzeichnung (1D + 2D) an – so sind Sie bestens auf Sunrise 2027 vorbereitet.

PERSÖNLICHE BERATUNG

Sie haben Fragen zum Umstieg auf 2D-Barcodes oder benötigen Etiketten mit QR-Code und EAN? Wir beraten Sie gerne persönlich:

+49 7164 – 918 0456

Fazit

GS1 Sunrise 2027 ist keine Revolution über Nacht, sondern ein geplanter Übergang, der dem Handel enorme Vorteile bringt: mehr Daten, bessere Rückverfolgbarkeit, weniger Verschwendung und neue Möglichkeiten in der Kundeninteraktion. Der klassische Strichcode verschwindet dabei nicht – er bekommt lediglich einen leistungsfähigeren Begleiter. Wer jetzt mit der Doppelkennzeichnung beginnt, ist bestens aufgestellt.